Geschichte des Stadtarchivs

Archivregal im Keller des Gebäudes Parkstraße 4 (1954 - 1966)

Archivregal im Keller des Gebäudes Parkstraße 4 (1954 – 1966)

In der Stadt Geislingen an der Steige gibt es seit 1954 ein eigenständiges Stadtarchiv. Bis zu diesem Zeitpunkt lagerten die Archivalien an verschiedenen Aufbewahrungsorten ohne systematisch geordnet zu sein.

Am 14. April 1954 nahm Dr. Helmut Schmolz seine Tätigkeit als erster Stadtarchivar in Geislingen auf. In seiner Amtszeit begann das große Sammeln. Im städtischen Kanzleigebäude, Parkstraße 2, wurden im Untergeschoß Räume zur Unterbringung des Archivgutes hergerichtet. In den Jahren 1954 bis 1959 wurden die bisher verstreut aufbewahrten Bestände schrittweise in die Räume des Stadtarchivs eingelagert und miteinander vereinigt.

Am 1. Juli 1966 übernahm Karlheinz Bauer die Aufgabe des Stadtarchivars. Durch ständige Aktenabgaben städtischer Dienststellen vermehrten sich die Bestände im Laufe der folgenden Jahre in einem Maße, dass akute Raumnot zu beklagen war. So beschloss der Gemeinderat am 10. Nov. 1966, den 2. Stock des Alten Rathauses für die Unterbringung des Stadtarchivs umzubauen.

Regaleinheit des Stadtarchivs im Dachboden des Alten Rathauses, Hauptstraße 19 (1966 - 1994)

Regaleinheit des Stadtarchivs im Dachboden des Alten Rathauses, Hauptstraße 19 (1966 – 1994)

Die vordringlichste Aufgabe nach Abschluss der Einlagerung des städtischen Archivgutes im Alten Rathaus bestand darin, mit der Neuverzeichnung der Bestände unverzüglich zu beginnen, um diese für eine Benützung zu erschließen. Stadtarchivar Karlheinz Bauer erarbeitete in den Jahren 1966 bis 1977 insgesamt 11 Bände der ‚Archivinventare des Stadtarchivs Geislingen an der Steige‘.

Diese Verzeichnisarbeit wurde von Stadtarchivar Thierer in der Folgezeit fortgesetzt. In seiner Amtszeit von 1977 bis 1995 wurden weitere acht Archivbestände in Findbüchern verzeichnet und zehn Publikationen in der Reihe ‚Veröffentlichungen des Stadtarchivs‘ getätigt. Das zeigt, dass sich der Tätigkeitsschwerpunkt im Archiv zugunsten der Öffentlichkeitsarbeit verschoben hat, nachdem wesentliche Bestände des Archivs erfasst und geordnet waren.

Das anfänglich rund 700 lfd. Meter umfassende Archivgut wuchs seit den 1970er und 1980er Jahren bis heute auf rund 2000 lfd. Meter Schriftgut an. Schnell waren die Räume im Alten Rathaus zu klein und zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten mussten gesucht werden. Außerdem war klar, dass die konservatorischen Lagerbedingungen im Alten Rathaus in keiner Weise den erforderlichen Standards entsprachen.

Blick in die heutigen Archiväume des Stadtarchivs im Untergeschoss des Bürogebäudes 'In der MAG'

Blick in die heutigen Archiväume des Stadtarchivs im Untergeschoss des Bürogebäudes ‚In der MAG‘

Als schließlich im Herbst 1990 unter Oberbürgermeister Martin Bauch mit der Neuplanung zur Nutzung des MAG-Verwaltungsgebäudes begonnen wurde und die kulturellen Einrichtungen der Stadt dorthin umziehen sollten, wurden die Weichen für die Unterbringung des Stadtarchivs in den Katakomben des MAG-Gebäudes gestellt. Nach mehrmonatigem Umzug des Archivguts konnte am 9. September 1994 das Stadtarchiv in der MAG in neu ausgestatteten Magazinräumen eröffnet werden.

1995 übernahm Hartmut Gruber die Zuständigkeit für das Stadtarchiv. Ein Schwerpunkt der Archivtätigkeit liegt seither im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen zur Stadtgeschichte.

Heute verfügt das Stadtarchiv neben den klassischen Archivbeständen über umfangreiche Sammlungen, Nachlässe und Archivalien aufgelöster Vereine sowie über eine Archivbibliothek, die dem Benutzer zu wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung steht.

 

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